wie Phönix aus der Asche - geplatzte Träume bieten Raum für neue Visionen

Wer kennt ihn nicht, den Mythos vom Feuervogel “Phönix”, der am Ende seines Lebenszyklusses verbrennt, um aus seiner eigenen Asche wieder neu und strahlend aufzuerstehen.

Die Redewendung “Wie Phönix aus der Asche” gibt es schon seit Jahrhunderten, wenn nicht seit Jahrtausenden, denn bereits in der ägyptischen Mythologie gab es einen entsprechenden Sonnengott.

Sich vorzustellen, wie neu geboren ein neues Leben oder einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, noch mal von vorne zu beginnen und danach alles besser, schöner, passender zu haben ist auch heutzutage beliebt.

Ohne Feuer, keine Asche aus der Neues erblüht

Betrachte ich allerdings den gängigen Zeitgeist, habe ich den Eindruck, vielfach wird dabei nur auf den zweiten Teil geschaut. Wie schön wäre es, “wie Phönix aus der Asche” neu zu beginnen.

Das dem allerdings ein notwendiges “Verbrennen” vorausgehen muss, wird gerne mal ausgeblendet. Eine weit verbreitete Einstellung lautet daher auch: “Viel haben wollen, wenig dafür tun müssen”.

Solltest Du zu den Menschen gehören, die auf der Suche nach “schnell – einfach – kinderleicht” oder dergleichen sind, brauchst Du diesen Artikel nicht weiter lesen. Da ich nicht missionarisch unterwegs bin, wird es Dir wenig bringen.

Solltest Du allerdings bereit sein, für Deine Wünsche und Träume auch etwas zu tun, selbst wenn es anstrengend und vielleicht sogar ein bisschen schmerzhaft sein könnte, lies bitte weiter. Ich gebe Dir eine Anregung, bewusst mit Deinen Emotionen umzugehen, um Raum für neue Visionen zu ermöglichen.

Der Weg “durch die Asche” zu neuen Visionen gelingt über Dein Selbstmitgefühl

Bist Du – privat, beruflich oder in Deinem Business – an einem Punkt angekommen, an dem Du feststellst, dass das, was Du Dir sehnlichst gewünscht hast, sich nicht erfüllen wird , ist es zuerst einmal notwendig innezuhalten.

Stoppe das was Du tust, lege Deine Vorhaben auf Eis und mache nicht im gewohnten Modus weiter wie bisher. In meinem Artikel “Was tun, wenn Träume platzen” habe ich über diesen ersten Schritt geschrieben, was er bedeutet und warum es wichtig ist, erst einmal zu trauern.

Bevor neue Visionen entstehen können, musst Du das Alte erst einmal verarbeiten (verbrennen). Widmest Du Dich dieser Aufgabe und nimmst sie als einen notwendigen Verarbeitungsprozess an, entsteht Deine Vision auf neue Art und Weise, vermutlich sogar strahlender und schöner als zuvor.

„Auch aus Steinen die Dir in den Weg gelegt werden, kannst Du etwas Schönes bauen.”

Erich Kästner

Zum Glück musst Du im Gegensatz zum Phönix nicht Deinen Körper verbrennen, um diesen wundersamen Auferstehungsprozess in Gang zu setzen. Dennoch ist in gewisser Weise ein “verbrennen”, eine innerliche Arbeit notwendig. Was allerdings nicht automatisch anstrengen oder durchkämpfen bedeutet.

Im Gegenteil! Der Weg “durch die Asche” hindurch gelingt Dir über Dein Mitgefühl mit Dir selbst.

Nimm Deine Gefühle freundlich und wohlwollend an wie sie sind

Nachdem Du Deinen Verlust so viel wie nötig (und so wenig wie möglich; um nicht im Zustand der Trauer stecken zu bleiben) betrauert hast, gehe dazu über, all die Gefühle, die die Situation in Dir auslöst bewusst wahrzunehmen. Fühle was es tatsächlich mit Dir macht.

Zu jedem beliebigen Zeitpunkt des Tages, oder wenn Du konkret eine Emotion durchlebst, hältst Du inne, schließt Deine Augen und konzentrierst Dich auf das, was Du empfindest. Mit diesen Fragen erkundest Du Dich selbst:

  • Was fühle ich in diesem Moment?
  • Lässt sich mein Gefühl einer der Basisemotionen (Ärger, Angst, Traurigkeit, Freude) zuordnen?
  • Wo in meinem Körper spüre ich das? Wie fühlt es sich an?
  • Welche Gedanken oder inneren Sätze begleiten mein Gefühl?

Selbstmitgefühl ist eventuell etwas, was Du trainieren musst bevor es Dir gut gelingt

Findest Du auf diesem Weg keinen Zugang zu Deinen Gefühlen, versuche es über Deinen Kopf. Frage Dich, was ein anderer Mensch in der Situation empfinden würde. Auf diese Weise erhältst Du Hinweise, wonach Du in Deinem Inneren suchen (fühlen) solltest.

Einen anderen Menschen wirklich zu fragen, davon würde ich abraten. Es geht einzig und allein um Dich und Deine Gefühle. Was andere Dir erzählen verzerrt Dein eigenes Empfinden.

Möglicherweise ist auch der Weg über Dein Mitgefühl für eine andere Person eine Hilfe für Dich selbst. Was fühlst Du bzw. wie fühlt es sich für Dich an, wenn Du an jemanden denkst, dem ähnliches passiert oder passiert ist.

Mitgefühl für andere fällt Dir womöglich leichter, als es für Dich selbst aufzubringen.

Selbstmitgefühl – Das Übungsbuch von Kristin Neff & Christopher Germer erschienen im arbor-Verlag
Selbstmitgefühl – Das Übungsbuch von Kristin Neff & Christopher Germer erschienen im arbor-Verlag

Das wunderbare Buch “Selbstmitgefühl” von Kristin Neff & Christopher Germer bietet eine hervorragende Möglichkeit zu üben.

Der arbor-Verlag beschreibt es so: “Achtsames Selbstmitgefühl meint eine innere Haltung, die von Freundlichkeit, Verständnis und Fürsorge uns selbst gegenüber geprägt ist – besonders in schwierigen Momenten des Lebens. Dieses Übungsbuch vermittelt den bewährten Weg, um Selbstmitgefühl im eigenen Leben zu kultivieren. Mithilfe von Übungen, Reflexionen, Anregungen und angeleiteten Meditationen kannst du Schritt für Schritt üben.”

Was auch immer Du fühlst ist richtig, stimmig, entscheidend!

Die eigenen Gefühle nicht zu werten ist schwierig, wenn Du darin nicht geübt bist.

Sollte es Dir nicht recht gelingen, nutze Deinen Kopf und sage Dir bestenfalls laut, dass es absolut Ok und normal ist, in dieser Situation auf diese Weise zu empfinden.

Gestehe es Dir beispielsweise zu richtig wütend, unendlich enttäuscht und traurig, verzweifelt oder gar hoffnungslos zu sein.

Selbst wenn Dich Selbstvorwürfe plagen, auch das ist Ok. Lass es zu, denn all das ist menschlich und psychisch gesund (ungesund und besorgniserregend ist es, würdest Du es nicht empfinden können).

“Man muss sich auf ein Gefühl einlassen, damit sich etwas verändert. Wir haben dann Einfälle, die wirklich etwas mit uns selbst zu tun haben.”

Verena Kast

Diese Emotionen zu fühlen ist schwierig und kann schmerzhaft sein, gehört zum Heilungsprozess jedoch dazu

Versuch so gut es geht, in Dich hineinzuspüren und Deine Gefühle auszuhalten. Nimm sie bewusst wahr, statt sie weg zu schieben.

In dem Wort “wahr-nehmen” steckt das Wort “nehmen”. Du hilfst Dir selbst, indem Du einen Gegenstand, der für Dich Deine Emotionen symbolisiert, wirklich in die Hand nimmst und ihn Dir selbst symbolisch übergibst.

Nach der ersten heftigen Welle der Emotionen beginnst Du, Dir selbst eine mitfühlende Freundin / ein mitfühlender Freund zu sein und bringst Dir selbst Verständnis entgegen.

Sag Dir liebevoll Sätze wie beispielsweise diese: “Ich verstehe Dich gut! Was Du jetzt durchmachst ist zutiefst traurig. Du musst viele Hoffnungen begraben und von etwas Abschied nehmen, was Dir wirklich wichtig war.”

Finde Deine eigenen, für Dich passenden Worte, mit denen Du Dein Mitgefühl Dir selbst gegenüber auch wirklich spürst.

Auch hier ist es hilfreich wieder den “Trick” anzuwenden, es gedanklich zu einer anderen Person zu sagen, statt Dich gleich an Dich selbst zu wenden.

Du wirst für Dich selbst merken, wie lange diese Phase des Bejahens der schmerzhaften Gefühle andauern muss, bevor Du weiter gehst. Gib Dir diese Zeit, der Prozess ist wichtig.

Mit der Zeit werden die Emotions-Wellen geringer und es entsteht Raum für neue Visionen

Du wirst Deine Gefühle vermutlich wiederholt spüren und Dich immer wieder im Kreis drehen, dennoch klingen die schmerzhaften Emotionen nach und nach ab und werden schwächer. Damit beginnt bereits das Loslassen.

Erlaube Dir bewusst loszulassen und Dich selbst zu befreien. (Sollte das nicht der Fall oder gegebenenfalls sogar das Gegenteil der Fall sein, könnte es angebracht sein, Dir professionelle psychologische Hilfe zu suchen.)

Jetzt ist es an der Zeit Dich zu fragen:

  • Was brauche ich jetzt?
  • Was will ich zukünftig in mein Leben holen?
  • Welche Vision darf aus mir (der Asche) heraus wie ein Phönix neu entstehen?

Ich wünsche Dir einen guten “Verbrennungs”-Prozess und wunderbare, phönix-hafte Visionen.
Deine Dagmar Ruth

P.S.: Hat Dir dieser Artikel gefallen? Dann freue ich mich sehr über eine Weiterempfehlung!


Hast Du Dich durch diesen Prozess hindurch gearbeitet, helfen Dir diese Artikel bei Deinen weiteren Schritten

Du kannst Deine Einstellung zu den Dingen, die Dir widerfahren, ändern oder anpassen. Vorausgesetzt Du willst!

in Deiner Einstellung den Dingen gegenüber bist Du frei

Ein Beispiel aus dem Sport zeigt Dir, dass ein und die selbe Situation komplett unterschiedlich gesehen wird.

Da wir viel von Sportlern lernen können, wenn es darum geht das eigene Leben zu gestalten, lies den Artikel „In Deiner Einstellung den Dingen gegenüber bist Du frei!“ als Anregung, die Du auch auf Dein Leben übertragen kannst.


Eine wirklich langfristige und gute Motivation, die Deine Energie am Leben hält, ist immer eine hin-zu-Motivation.

grundlegende Motivation – hin zu oder weg von

Zwar motiviert es kurzfristig stark, von etwas weg zu kommen (in diesem Blogartikel gebe ich Dir ein anschauliches Beispiel was damit gemeint sein könnte), soll Deine Vision wirkungsvoll sein, muss sie immer ein Ziel haben, auf das Du zugehen willst!

Und eine Antwort auf die Frage beinhalten: Was will ich wirklich? Weißt Du das, wirst Du auch die Energie haben, dran zu bleiben.

Finde Deine grundlegende Motivation – willst Du „hin zu“ oder eher „weg von“?


Es ist fatal zu glauben, Willenskraft allein würde für die Erreichung von Zielen ausreichen.

bei Zielen auf die richtige Formulierung achten

Was meinst Du? Welche der beiden Aussagen trifft zu? „Die meisten Menschen erreichen ihre Ziele deshalb nicht, weil es ihnen an der Willenskraft fehlt, bis zum Ende durchzuhalten.“ Oder „Die meisten Menschen verfehlen ihre Ziele, weil sie falsch formuliert sind.“

Lies meinen Artikel “Warum Du bei Deinen Zielen auf die richtige Formulierung achten musst!” und finde es heraus.


Es ist besser eine große Vision zuhaben, als große Ziele

zu große Ziele setzen, die Du noch nicht erreichen kannst

Vielfach wird behauptet: Wenn Du etwas verändern und erreichen willst, musst Du Dir große und herausfordernde Ziele setzen. Mit kleinen kommst Du nicht voran und schaffst es nicht.

Dieser Einstellung möchte ich etwas entgegensetzen und erläutern, was passiert, wenn Du Dir Ziele setzt, die Du (noch) nicht erreichen kannst und wie Du meiner Meinung nach besser vorgehst.

Was passiert, wenn Du Dir große Ziele setzt, die Du (noch) nicht erreichen kannst!


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