Du bist selbstständig und Dein eigener Chef! Wirklich?

selbstständig eigener chef - wirklich?

Wahrscheinlich hast Du länger davon geträumt beruflich Selbständig zu sein bevor Du den Schritt gewagt hast.

War einer Dein Hauptantreiber auch, endlich Dein eigener Chef, Deine eigene Chefin zu sein? Keinem mehr nach der Pfeife tanzen, Befehle ausführen, unliebsame oder gar sinn-entleerte Aufgaben machen zu müssen?! Die Dinge so handhaben zu können, wie Du es für richtig empfindest!?

Vermutlich, denn den meisten Selbstständigen oder Freiberuflern geht es so. Endlich selbst bestimmen und selbst die Richtung vorgeben können, ist eine großartige und starke Motivation. (Kenn’ ich nur zu gut 😉 )

Allerdings… für viele kommt es früher oder später doch anders als erhofft und nicht sie selbst bestimmen über ihr Business. In gewisser Weise sind sie weiterhin, zumindest zu einem Teil, fremdbestimmt und wie ferngesteuert und “jemand anderes” übernimmt die Kontrolle und gibt vor, was zu tun ist.

Bist Du wirklich selbstständig und Dein eigener Chef?

Wenn ich das frage, meine ich damit nicht Deine Kunden… Das ist eine ganz andere Sache… Ich meine damit auch nicht den allseits so beliebten Schweinehund, den es zu überwinden gelte. Auch das ist eine andere Geschichte… 🙂

Ich meine Dich selbst! Oder besser gesagt, das was in Dir schlummert und Dir Deinen Tag, Deine Arbeit, Deine Verhaltensweisen etc. diktiert. Eine Stimme in Dir, die Dir sagt, was Du tun müsstest und lassen solltest, wie Du jenes ausführen und auf welche Weise Du Dich in welcher Situation verhalten solltest.

Manchmal ist es Dein Gewissen, das sich einschaltet und Dir etwas rät. Viel öfter jedoch ein ganz anderer, ureigener Teil von Dir.

Lass Dich mal auf ein Gedankenexperiment ein und stell Dir folgendes vor.

Die Geschichte vom unfreundlichen Kellner

Du gehst in ein Restaurant und bestellst voller Vorfreude Dein Lieblingsessen. Schon beim Gedanken daran, breitet sich ein wohliges und gutes Gefühl in Dir aus. Doch der Kellner ist schon bei der Bestellung etwas unwirsch und nimmt sie nur unter leise gemurmeltem Grummeln auf.

Als er dann nach einiger Wartezeit mit Deinem Essen an den Tisch kommt stellt er Dir statt Deiner Lieblingsspeise einen Teller mit einem Gericht vor die Nase, das Du schon seit Deinen Kindheitstagen nicht mochtest, vielleicht sogar eine richtige Abneigung dagegen hast.

Du musst essen, was Dir serviert wird

Erstaunt blickst Du den Kellner an, Dir fehlen die Worte und Du denkst: “Was für eine Frechheit!”. Laut sagst Du zu ihm: “Das habe ich aber nicht bestellt.” Er schaut Dich nur müde lächelnd an und sagt: “Was anderes haben wir nicht. Alle anderen essen das auch. Denen schmeckt es!”

Erneut schaust Du auf den Teller und es formen sich Worte des Protestes und des Unmutes in Deinem Kopf. “Dann geh ich halt in ein anderes Restaurant.” sagst Du schwach. Woraufhin der Blick des Kellners noch etwas spöttischer wird und er Dir mitteilt: “Sorry, ein anderes Restaurant gibt es weit und breit nicht!”

„Na dann möchte ich wenigstens einen anderen Kellner!” platzt es aus Dir heraus, woraufhin dieser Dich nur mitleidig anschaut und meint: “Ich bin der einzige Kellner hier und das ist das einzige Essen, was wir haben. Die anderen Gäste essen es mit großer Begeisterung!”

beliebte Denkweise: „Was mich nicht umbringt macht mich nur härter…“

Dein innerer Widerstand ist zwar noch größer geworden, doch Du gibst Dich geschlagen und würgst das Essen hinunter. Schließlich bist Du ganz schön hungrig und musst etwas essen, um bei Kräften zu bleiben.

Jeder Bissen ist zäh und geschmacklos, doch Du isst weiter, begleitet von dem Gedanken “Jetzt stell Dich mal nicht so an, was Dich nicht umbringt macht Dich nur härter.”

Ein Genuss ist das in keiner Weise und Spaß macht es Dir schon gar nicht. “Aber was zählen schon Spaß oder Freude?! Beides völlig überbewertet!” sagst Du Dir im Stillen und kaust tapfer weiter. “Wird am Ende schon in Ordnung und richtig so sein” denkst Du ernüchtert. “Die anderen essen es ja auch, sie scheinen es gut zu finden.”

Wie oft hast Du schon etwas getan, das Dir nicht geschmeckt hat?

Was hat nun dieser kleine Ausflug in die Welt der Kulinarik und unfreundlichen Kellner mit Dir und Deinem Business zu tun? Folgendes: In sehr vielen Situationen bist Du dieser Kellner selbst!

“Häh, was bitte?!”, denkst Du jetzt wahrscheinlich. “Ich selbst soll dieser Kellner sein? Wie soll das denn gehen?”

Um zu verstehen, was ich meine, fordere ich Dich auf, daran zurück zu denken, wann Du das letzte Mal in Deinem Business etwas getan hat, was Dir absolut nicht “geschmeckt” hat, von dem Du aber dachtest, Du müsstest es machen.

Weil Dein innerer Kellner gesagt hat,

  • Du müsstest das jetzt essen (machen),
  • es gäbe kein anderes Restaurant (keine andere Herangehensweise)
  • und schließlich würde es allen um Dich herum auch schmecken (Deinen Business-Kollegen oder -Partnern, den Leuten in Deinem sozialen Netz, den selbstbewusst auftrumpfenden Ich-zeig-Dir-wie-Du-erfolgreich-wirst-Marketer).

Die Botschaften von außen können sehr überzeugend sein

Von überall her vernimmst Du “überzeugende” Botschaften und hörst was andere immer und immer wieder empfehlen und anpreisen. Häufig sogar so, als gäbe es nicht die kleinste Alternative dazu.

Du bist so im außen orientiert, dass Du Deine eigenen Bedürfnisse, Geschmäcker, Meinungen überhörst, Dich nicht traust Dir selbst zuzuhören oder gar Dir selbst zu vertrauen. Stattdessen sagt Dir Dein “innerer Kellner” was Du tun solltest und wie.

Sicher kannst Du Dich gut an die ein oder andere Situation zurück erinnern, in der Du nicht das getan hast was sich für Dich gut und richtig angefühlt hat (übersetzt: Dein Lieblingsessen gegessen hast).

Sondern gemacht hast, was andere als Non-plus-Ultra, must-do oder einfach als wenn-Du-es-so-nicht-machst-funktioniert-Dein-Business-nicht angepriesen haben (übersetzt: das vertilgt hast, was Dir vom Kellner lieblos als einzig mögliches und wahres Essen dargeboten wurde).

Deine Chefs sind häufig übernommene Ansichten und Weisheiten, denen Du meinst folgen zu müssen

Zu Deiner Beruhigung: Das geht fast jedem von uns so und ist nicht ungewöhnlich (wenn auch nicht gut). Dennoch frage ich Dich in diesem Blogartikel: Wer ist eigentlich wirklich Chef in Deinem Business? Du oder Dein innerer Kellner?

Jeder Mensch, auch Du als Selbstständige/r hast einen solchen Kellner. Er sitzt tief in Dir drin und wurde über Jahre gefüttert, gehegt und gepflegt.

Er tritt vor allem dann auf den Plan, wenn Du unsicher bist oder gar zweifelst, nicht richtig weißt, was Du als nächstes tun solltest oder zu viel andere Meinungen, Vorschläge, Tipps und Ratschläge gehört hast, die Dich eher verwirren, als Dir wirklich weiter helfen.

Vor allem in Momenten der Verunsicherung oder des Nicht-Wissens kommt er mit aller Macht hervor und sagt Dir mit absoluter Überzeugung bzw. schlichter Ignoranz: Dein Business musst Du auf genau diese Weise führen, jenes musst Du unbedingt auf diese Weise erledigen und dieses am besten gleich ganz lassen…

Wie wirst und bleibst Du Dein eigener Chef?

Was Du gegen bestimmende Kellner (übersetzt: “das-müsste-ich-so-machen-Gedanken”) tun kannst?!

Trainiere Dich darin, Deinen inneren Kellner zu erkennen und merke auf, wenn er oder sie die Leitung übernehmen will. Übe Dich darin, aufmerksam zu sein und Deinen Kellner zu enttarnen, wenn er wieder auf den Plan tritt.

Auch wenn es Dir zu Anfang nicht gelingen mag zu widersprechen, hast Du damit schon einen großen Schritt in die Richtung gemacht, Dir irgendwann nicht mehr vorschreiben zu lassen, was Du zu essen hast.

Erst kommt das Erkennen, später das veränderte Verhalten.
Deine Dagmar Ruth


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  1. Hmmmm, das Leben kann sooo köstlich sein. Danke dir und deinen feinen Stier für diese Zeilen. Wohlgenuss. Ja und die eine oder andere Kröte verschluckt Frau schon mal. Oder lässt sich auf ein ach so glänzendes Pferd setzen, obwohl sie ganz genau spürt, so ein kleines Schweinchen wäre mir aber viel lieber…

    Dann lass uns mal weiterspielen, in diesem kulinarischen Garten der Gaumenfreuden und uns selbst und anderen die Menüs kredenzen, die wir auch am Liebsten verspeisen und geniessen.

    1. Liebe Ellen,
      wie Du mal wieder Deine Worte anrichtest und arrangierst. 😉
      Für mich – und ich hoffe alle anderen Leser und Leserinne auch – mal wieder ein Hochgenuss und eine große (Gaumen)Freude 😀
      Gerne mehr davon.

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