Entscheidungen leichter treffen – Warum rein rationales Denken Dir nicht weiterhilft

Entscheidungen leichter treffen – Warum rein rationales Denken Dir nicht weiterhilft

Soll ich oder soll ich nicht… ??? Wie oft habe ich mir diese (oder eine ähnliche) Frage schon gestellt. Du sicher auch?!? Ich wünsche mir oft, ich kann Entscheidungen leichter treffen…

Wenn ich in so einem „Zustand“ 😉 bin, geht es richtig rund in mir. Gedankenblitze, Wörter und Satzfetzen schwirren mir durch den Kopf. Argumente werden mit Pro und Contra abgewogen und gegeneinander aufgelistet. Im einen Moment denke ich dies, im anderen jenes. Alte Glaubenssätze im Sinne von „Das kannst Du doch nicht machen…“ kommen hoch und verkomplizieren die ganze Sache… Die Gefühle fahren Achterbahn und signalisieren Handlungsoptionen in den verschiedensten Richtungen.

Ein absolut emotionales und gedankliches Chaos.

Eine rein rationale – sachliche – Herangehensweise verhilft nicht zu guten Entscheidungen

Häufig wird dazu geraten in solchen Situationen die Sache möglichst nüchtern und sachlich – also rational – zu betrachten, das Ganze z.B. in Form von Punktelisten zu analysieren. Dann käme man schon zu einer guten und richtigen Entscheidung.

Diese Herangehensweise entstammt der „ich denke – also bin ich“-Philosophie, die uns Menschen auf den denkenden Teil unseres Gehirns, die Großhirnrinde reduziert und die Ratio über alles erhebt. Die wissenschaftliche Theorie des „homo oeconomicus“ fußt ebenfalls auf diesen Einstellungen.

Unser Gehirn kann weit mehr als nur denken – muss es auch

Heutzutage weiß man zum Glück, dass diese einseitige Sichtweise falsch ist. Die Neurowissenschaften haben sich (zum Glück 😉  aufgemacht auch „den Rest“ unseres Gehirns zu erforschen und sind dabei auf zum Teil sehr erstaunliche Erkenntnisse gestoßen.

Mittlerweile hat man beispielsweise herausgefunden, das Gehirn, Psyche und Körper beteiligt sind (sein müssen), wenn wir Entscheidungen treffen. Die Wissenschaft geht davon aus, [….] „dass Gefühle und Körperempfindungen keinen Störfaktor für klares Denken darstellen, sondern im Gegenteil ein wesentlichen Bestandteil von klugen Entscheidungen sind.“ (s. Maja Storch, Das Geheimnis kluger Entscheidungen, S. 45)

„Gefühle und Körperempfindungen sind ein wesentlicher Bestandteil von klugen Entscheidungen." Maja Storch Klick um zu Tweeten

Wie konnte man das herausfinden? Unter anderem indem man beobachtet hat, dass ein Mensch, dessen Gehirn so beschädigt ist, das die für die Verarbeitung von Emotionen zuständigen Bereiche verletzt oder gar entfernt sind (z.B. durch einen Unfall, Schlaganfall oder eine Tumoroperation) nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen überhaupt zu treffen.

Die seltsame Geschichte des Phineas Gage

Das bekannteste Beispiel ist ein Mann namens Phineas Gage, dessen Gehirn 1848 im Alter von 25 Jahren durch einen Unfall schwer verletzt wurde. Er überlebte diesen Unfall um 13 Jahre, war danach aber ein völlig anderer Mensch. Vor dem Unfall galt er als äußerst zuverlässig und besonnen und war daher auch Vorarbeiter einer Eisenbahngesellschaft, ein Posten mit recht hoher Verantwortung.

Durch den Unfall veränderte sich seine Persönlichkeit dramatisch. [ … ] „Er entwickelte keine brauchbaren Pläne mehr für die Zukunft, hielt sich nicht mehr an gesellschaftliche Regeln und verhielt sich insgesamt auf eine Art und Weise, die ihm deutlich mehr schadete als nützte. Er war nicht mehr in der Lage vernünftige Entscheidungen zu treffen. Die Entscheidungen die er traf, wirkten sich meistens zu seinem Nachteil aus. […] Seine Lebenserfahrung war ihm abhandengekommen.“ (s. Maja Storch, Das Geheimnis kluger Entscheidungen, S. 47).

Emotionen sind für gute Entscheidungen unentbehrlich

Dieser kleine Exkurs in die Geschichte der Neurowissenschaften soll Dir das Fazit verdeutlichen, das von einigen Wissenschaftlern mittlerweile gezogen wird: „Ein Mensch, der seine Emotionen nicht wahrnimmt, trifft schlechtere Entscheidungen als ein Mensch der seine Emotionen wahrnimmt. Oder mit anderen Worten: Emotionen sind für gute Entscheidungen unentbehrlich.“ (s. Maja Storch, Das Geheimnis kluger Entscheidungen, S. 49). Wenn Du mehr darüber erfahren willst, empfehle ich Dir das hervorragende Buch von Maja Storch.

Dennoch: Entscheidungen zu treffen ist manchmal enorm schwer…

Wie kann Dir das weiterhelfen?

Entscheidungen zu treffen ist manchmal enorm schwer… erst recht, wenn Du rein rational an die Sache ran gehst. Ich möchte Dich daher ermutigen, Kopf, Herz und Bauch mit einzubeziehen. Ich bin der festen Überzeugung: Auf diese ganzheitlichere Weise gelangst Du zu besseren Entscheidungen und die Vorhaben, die Du angehst, gelingen Dir auch.

Dagmar Ruth Vogel - Unternehmergeist stärken mit Kopf, Herz & Bauch

Allerdings weiß ich auch: Herz und Bauch miteinzubeziehen und sich nicht allein auf den Kopf zu verlassen, kann – je nachdem wie geübt man darin ist – ein große Herausforderung sein. Schließlich haben die allermeisten von uns gelernt, nach dem Verstand oder den Erwartungen zu entscheiden oder sich zumindest daran zu orientieren.

Mit der Folge, dass wir Dinge tun, die uns viel Energie und Zeit kosten und dennoch nicht so laufen, wie wir es erwarten. Leider wird gerade das häufig  immer noch als „normal“ und als „gute Pflichterfüllung“ gewertet. „Ohne Schweiß kein Preis.“ und so weiter… , Du kennst das sicher.

Fazit: Übe Dich darin, Herz & Bauch ernst zu nehmen und einzubeziehen

Wenn Du also in eine Situation gerätst, in der Du nicht weißt: „Soll ich oder soll ich nicht?“ oder „Soll ich dieses statt jenem?“ dann möchte ich Dich absolut ermutigen, zu Deinem Kopf, Dein Herz- und Dein Bauchgefühl hinzuzuziehen. Es zuzulassen, dass komische, unklare, nicht deutlich zu definierende Gefühle mit im Spiel sind. Dass Dir ein allgemeines Grummeln in der Magengegend durchaus etwas signalisieren will, wenn das auch (leider) nicht immer gleich ganz klar oder deutlich in Gedanken oder gar Entscheidungen umzusetzen ist.

Auf diese Signale Deiner Psyche und Deines Körpers zu hören ist vermutlich etwas, das Du erst üben, ja sogar trainieren musst. Bis sich verlässliche Entscheidungshilfen dadurch einstellen, kann es durchaus dauern.

Beginne damit, die Akzeptanz dass es mehr als den Kopf braucht, überhaupt in Dein tägliches Leben mit einzubeziehen. Dann bist Du schon einen großen Schritt weiter. Oder anders gesagt: Übe Dich darin (beispielsweise) aufkommendes Unwohlsein erst zu nehmen, nicht zur Seite zu schieben und rational dagegen an zu argumentieren. Es als Teil von Dir zu sehen und Dir immer wieder klar zu machen: Emotionen sind für gute Entscheidungen unentbehrlich!

Teile Deine Erfahrungen gerne in einem Kommentar

Wenn Du Deine Erfahrungen diesbezüglich mit uns teilen möchtest, dann lade ich Dich ein, das in einem Kommentar unter dem Artikel zu tun. Ich könnte mir vorstellen, dass Beispiele auch anderen helfen, diese – vielleicht neue – Sichtweise vertrauensvoll anzunehmen.

Sei ganz Du selbst, ständig und mit Kopf, Herz & Bauch 🙂
Deine Dagmar


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