Sehnsüchte brauchen keine rationalen Gründe

Fast hätte ich diesen Blogartikel mit dem Satz “I have a dream” begonnen. Doch sofort merkte ich: “Nee, das mach ich nicht. Das ist nicht mein Stil, nur um Aufmerksamkeit zu erregen.”

Ich wollte das wohl bekannteste Zitat eines der größten Persönlichkeiten der Weltgeschichte nicht für meine Zwecke nutzen. Auch wollte ich meinen Traum nicht mit seinem gleich setzen. Denn auch wenn mein Traum für mich sehr wichtig und erstrebenswert ist, so ist das kein Vergleich zu dem, was sein Satz für die Menschheit bedeutete.

Dennoch geht es in diesem sehr persönlichen Blogartikel um meinen Traum, den ich mir erfüllt habe.

Nach Jahren des Hoffens und Bangens, denn vielfach schien mir die Erfüllung aus den verschiedensten Grünen in weite Ferne gerückt, reiste ich im Mai 2022 zum ersten Mal nach Schweden. 😀

Nichts Besonderes wirst Du nun vielleicht denken? Für mich schon.

Seit meiner Kindheit war ich von diesem Land fasziniert. Das heißt, von dem, was ich mir aus den Geschichten von Pippi Langstrumpf oder Michel von Lönneberga zusammenreimte. Vor allem die TV-Serie “Ferien auf Saltkrokan” hatte es mir angetan.

Da wollte ich sein. Auf genau so einer Insel mit diesen abgeschliffenen runden Felsen und der unsagbar schönen Natur. Meine Sehnsucht nach Schweden war mir “eingepflanzt”.

Doch wie das Leben so spielt: Nur weil man sich etwas wirklich wünscht, heißt das noch lange nicht, dass es sich auch automatisch erfüllt.

Ferien in Schweden habe ich (aus welchen Gründen auch immer ) nie gemacht. Dazu kam, dass mit den Jahren andere Interessen stärker wurden und andere Länder mich ebenfalls begannen zu faszinieren. Außerdem war ich während meines Studiums sowieso fast die ganz Zeit auf Exkursionen unterwegs oder habe gar in Schottland gelebt.

Meine Schweden-Sehnsucht verblasste, wurde überdeckt und schlief ein.

Scheinbar aber nie ganz, denn in der Zeit meines großen inneren und äußeren Um- und Aufbruchs war sie “urplötzlich” wieder da. Wie aus dem Nichts, wusste ich (wieder): Da muss ich hin, in dieses Land, zu diesen Menschen.

Selbstreflexion hilft, Wünsche und Träume zu entdecken

Natürlich kam das nicht von ungefähr. Es hatte damit zu tun, dass ich mich intensiv und wiederholt mit mir selbst auseinander setzte, reflektierte, was mich als Person ausmacht, wie ich ticke, welche Wünsche und Träume ich habe und was ich für ein gutes und mich glücklich machendes Leben eigentlich brauche.

Kein Wunder also, dass dieses Gefühl von “Ich muss da unbedingt hin!” wieder auftauchte und sehr stark wurde. Da eine Reise für mich zu dieser Zeit noch nicht realisierbar war, beschloss ich wenigstens schon mal Schwedisch zu lernen. Damit ich wenigstens ein “bisschen Schweden” in meinem Leben hatte.

Ganz so geradlinig wie sich das anhört war dieser Entschluss allerdings nicht. Meine Sehnsucht zeigte sich mir anfänglich nur undeutlich und ich “dachte” zu Beginn auch, ich müsse Norwegisch lernen. (Mein Kopf redete mir das jedenfalls ein, warum auch immer…).

Da es aber zu dieser Zeit in meiner Stadt keine Sprachkurse für Norwegisch gab, fing ich dann eben mit Schwedisch an.

Im Nachhinein natürlich genau richtig und vielleicht ein hilfreicher “Wink des Schicksals” (… Augenzwinker…) , doch zu der Zeit war mir das nicht so wirklich bewusst. Ich dachte lediglich: Ich probiere es einfach mal aus.

Bauch-Gefühl vs. Kopf-Geplapper – manchmal widersprechend, manchmal auch sich ergänzend

Schon nach der ersten Stunde merkte ich: Hier bin ich richtig. Bereits in der ersten Nacht “träumte” ich auf Schwedisch. Natürlich nicht im Sinne von ganzen Sätzen oder gar Gesprächen, mehr als ein paar Worte hatte ich ja noch gar nicht kennen gelernt. Aber in dem Sinne, dass mir diese paar Wörter im Schlaf immer wieder durch den Kopf gingen. Und zwar so heftig, dass ich davon sogar aufwachte und überrascht feststellte: Wie schön Dagmar, Du hast auf Schwedisch geträumt. 🙂

Damit war für mich klar: Diese Sprache will ich lernen. Auch ein zwischenzeitlicher “Abstecher” ins Norwegische, denn anscheinend musste ich noch mal sicher gehen, sprich meinem Kopf-Geplapper doch noch mal nachgehen, führte nur dazu, dass ich in meinem Entschluss immer sicherer wurde.

Mehr und mehr begann ich meinem Bauch zu vertrauen, der mir das ja schließlich schon lange “gesagt” hatte. Wohlgemerkt, ohne jemals in dem Land gewesen zu sein.

Nur weil ein Bauch-Gefühl schwierig anderen zu erklären ist, ist es noch lange nicht verkehrt

In all den Jahren, in denen ich die Schwedisch-Kurse besuchte – und immer wieder erstaunte Blicke erntete, wenn ich bekannte, dass ich zwar noch nie dort gewesen war, aber unbedingt die Sprache lernen wollte – gab es keine rationalen Gründe dies zu tun. Lediglich mein inneres Wissen von: Das soll so sein.

Dieses “Wissen”, ich müsste es wohl eher Gefühl nennen, und unzählige Natur-Dokus und Reiseberichte, die mein Herz vor Sehnsucht jedes Mal fast haben zerspringen lassen, reichten mir. Obwohl es weder “objektiv” Sinn macht, Schwedisch zu lernen, denn was soll man mit dieser Sprache außerhalb von Schweden (im Gegensatz zu Weltsprachen wie Englisch oder Spanisch), noch ich die scheinbar sichere Erfahrung von “hier gefällt es mir richtig gut” gemacht hatte.

Ich bin einzig und allein meinem Bauch-Gefühl gefolgt und habe dadurch natürlich die ein oder andere verwunderte Rückfrage beantworten müssen, wenn ich das erzählte. Aber was sollte ich darauf mehr antworten als: Es ist halt so ein Gefühl… worauf ich erst recht ein, nicht selten offenes, oder auch nur verstohlenes Kopfschütteln erntete.

Was solls…., dachte ich. Egal was die anderen denken, lass Dich nicht beeinflussen und folge Deinem, selbst Dir selbst unerklärlichen Gefühl, dem Sog, den dieses Land und diese Sprache schon immer auf Dich ausgeübt haben.

Eine emotionale Vision ist die stärkste Motivation

Also besuchte ich einen Schwedisch-Kurs nach dem anderen, überbrückte Kurs-Pausen indem ich den Stoff der Lehrbücher wiederholte oder mir zusätzliches Lernmaterial beschaffte und bin selbst nach einigen Unterbrechungen (weil Kurse beispielsweise nicht fortgesetzt wurden oder gar Pandemi-bedingt ausfielen) immer wieder zu dieser Sprache zurück gekehrt.

Die Motivation für dieses über Jahre hin anhaltende Engagement, bekam ich durch eine ganz klare und sehr emotionale Vision, die ich wohlbehütet und immer wieder genährt (sprich erinnert) in meinem Herzen getragen habe.

Ich hatte ein ganz klares und mich emotional sehr berührendes Bild vor meinem inneren Auge: Ich sitze bei Sonnenuntergang auf einem dieser Schären-Felsen und schaue aufs Meer. Ganz im Stile von Loriot wollte ich einfach nur dort sitzen. Nichts weiter. 😉

Und genau das habe ich gemacht als ich endlich dort war, neben vielen anderen wunderbaren Aktivitäten. 😉

Ich suchte mir ein entsprechendes Plätzchen, saß tatsächlich stundenlang dort, schaute aufs Meer und den Vögeln zu und verspeiste genüsslich die leckeren schwedischen kanelbullar (Zimtschnecken).

Meine Vision hatte sich erfüllt. Ich hatte es endlich geschafft und war in Schweden.

Meine gemachten Erlebnisse bestätigen was mein Bauch immer schon gewusst hat.

Mittlerweile bin ich wieder zurück (zurück von Saltkrokan, wie ich es selber nenne) und was soll ich sagen…

Meine Reise und meine Erlebnisse dort haben meine kühnsten Vorstellungen bei weitem übertroffen. Es war einfach nur wunderbar. Die Natur, das was ich gesehen und erlebt habe, die Menschen die ich kennenlernen durfte… All das hat mich wahrlich begeistert und verändert.

Ich war an meinem Sehnsuchtsort. Meine Ahnung hat sich bestätigt. Mein Bauch hatte es immer schon gewusst. Ich fühlte tatsächlich so was wie “angekommen sein”.

Meine Schweden-Reise hat einen tiefen und bleibenden Eindruck hinterlassen. Natürlich ist die Sehnsucht dorthin zurückzukehren deutlich gewachsen und sicher werde ich das auch in den nächsten Jahren wiederholt tun. Gleichzeitig ist meine Motivation mich eigenständig meinen Schwedisch-Hausaufgaben zu widmen enorm gestiegen. Warum ich diese Sprache lernen will, ist mir noch viel stärker bewusst.

Vertrauen in das eigene Gefühl macht es möglich, mit teils irreführenden Gedanken besser umzugehen

Darüber hinaus haben meine Erlebnisse auch meine Ideen und Vorstellungen bezüglich meines Business und meiner Art zu Arbeiten verändert. Denn ich kann noch viel mehr als vorher auf mein Bauchgefühl hören und ihm vertrauen, auch beruflich.

Ich könnte es auch anders ausdrücken: Meine Schweden-Erfahrung hilft mir und macht es für mich einfacher, die lästigen und teils irreführenden Gedanken (die gerne mal was anderes sagen) einzuordnen, zu relativieren oder gar zu ignorieren. Denn die sind auch weiterhin da und versuchen mir “reinzuquatschen”. Aber ich kann sie besser wahrnehmen und daher besser mit ihnen umgehen.

Für mich ist das ein großer Schritt in meiner persönlichen Weiterentwicklung. Denn jetzt ist es mir möglich, dass ein schon lange in mir liegendes Bedürfnis nun konkrete Formen annimmt.

Wenn wir das, was in uns liegt, nach außen tragen, geschehen Wunder

Was sich in den letzten Monaten vor der Reise schon wage abzeichnete, hat sich dort verstärkt und klar gezeigt. Ich werde mein Business umbauen und noch stärker meinen Weg gehen, auch wenn der vermutlich bei vielen ein ähnlich verständnisloses Kopfschütteln auslöst, wie bereits meine “Ich-lerne-Schwedisch-ohne-jemals-dort-gewesen-zu-sein”-Geschichten.

Doch durch die nur real gemachte Erfahrung, dass das was ich fühle oder “innerlich weiß” richtig ist, vertraue ich noch stärker meinem Bauchgefühl. So wie schon Henry David Thoreau schrieb, möchte ich das, was in mir liegt nun nach außen tragen.

“Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt.Und wenn wir das, was in uns liegt, nach außen tragen, geschehen Wunder.”

Henry David Thoreau

Business-Umbau und Angebots-Anpassung als logische Folge meiner Schwedenreise

Deshalb habe ich meine Angebote und die Art und Weise meines Business angepasst. Viele Jahre konnte ich wunderbare Menschen beim Auf- und Ausbau ihres Business, bei der Anpassung ihrer Angebote und der Umsetzung ihrer Vorhaben in 1:1-Coachings und Beratungen begleiten. Meine ganz unterschiedlichen, in dieser Zeit gemachten Erfahrungen nutze ich nun und widme mich mit voller Kraft der Entwicklung von wirklich hilfreichen Selbstcoaching-Programmen.

Warum ich das tue? Ganz einfach: Weil ich erneut, und dieses Mal mit deutlich weniger Zweifeln, meinem Bauchgefühl folge. Und weil ich schon immer dafür gestanden habe, und das weiterhin als absolut ausschlaggebend für geschäftlichen Erfolg ansehe, dass ein Business zur Persönlichkeit passen muss!

Deshalb werde ich der Natur zukünftig auch viel mehr Raum geben. Meiner Natur und der Natur in der wir leben. Denn: Der Mensch ist Natur und nur in der Natur findet er zu seiner wahren Natur!

Poetisch und mit den Worten von Portia Nelson könnte ich es so ausdrücken: Ich gehe nun eine andere Straße, nachdem ich die ersten 4 Kapitel immer und immer wieder durchlebt und (hoffentlich) hinter mir habe. 🙂 Wohin genau mich diese Straße führen wird, wird sich noch zeigen. Ich folge ihr frohen Mutes und lass mich überraschen.

Wenn Du neugierig bist, was es mit der Straße und den Kapiteln auf sich hat? Dann lies den wunderbaren und bewegenden Text der Sängerin: Autobiographie in 5 Kapiteln – von Portia Nelson. (<< Nur ein Klick und keine Minute Lesezeit, dafür viel Gänsehaut und erkenntnisreiche Nachwirkungen, wenn Du den Text an Dich ran lässt.)

Fazit und Kurzzusammenfassung dieses Artikels: Sehnsüchte brauchen keine rationalen Gründe!

Sehnsüchte brauchen keine rationalen Gründe, ganz im Gegenteil!

Sie können gar nicht rational begründet sein, denn sie kommen nicht aus dem Kopf (das wären “langweilige” Vorhaben). Sie müssen auch in keiner Weise “beweisbar”, erklärbar oder nachvollziehbar sein, nicht für Dich und schon gar nicht für andere.

Wünsche, Träume und Sehnsüchte entspringen dem Herzen (oder auch dem Bauch). Sie sind einfach da, scheinbar ohne Grund und oft gar nicht so einfach zu “hören” bzw. unglaublich schnell zu überhören. Denn sie zeigen sich nur leise und auf manchmal recht undeutliche Art und Weise.

Sie lassen sich erfüllen, wenn Du beständig an sie glaubst, ihnen folgst und dran bleibst, auch wenn Dich Deine eigenen Gedanken oder auch andere Menschen immer mal wieder vom Weg abbringen. Wenn Du Deine Wunschträume ordentlich mit positiven Emotionen unterfütterst, tragen sie Dich durch schwierige Zeiten und bleiben in Deinem Inneren erhalten, auch wenn ihre Erfüllung in weite Ferne gerückt zu sein scheint.

Erst recht, wenn Du es auch auf Dich nimmst, immer mal wieder einen Anlauf zu wagen, selbst wenn es zwischendurch vielleicht eher aussichtslos erscheint. Einen passenden Artikel habe ich schon vor einigen Jahren geschrieben, als mein Traum von Schweden noch in weiter Ferne lag: Wie Wunschträume Wirklichkeit werden!

Hej då (tschüß) och ha det bra (machs gut)!
Deine Dagmar Ruth


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