Die hohe Kunst Geduld zu haben – eine gewinnbringende Technik für Einzelselbstständige

Die hohe Kunst Geduld zu haben – eine gewinnbringende Technik für Einzelselbstständige

 

Ständig lesen, hören und sprechen wir darüber: Was wir als Selbstständige oder Einzelunternehmer so alles tun und machen, wissen, können und beachten müssen.

Pläne erstellen, Konzepte und ToDo-Listen schreiben und abarbeiten, Marketing, Positionieren, Verkaufen, Akquise, Finanzabrechnung, Steuern, Newsletter verschicken, bloggen, social Media-netzwerken, Netzwerktreffen besuchen, das Business rechtsicher machen, und, und, und …..

Das eigentliche Geldverdienen ist da noch gar nicht mit dabei…

Ich habe jetzt noch einen Tipp für Dich. Ja genau, noch etwas das Du als Einzelunternehmerin oder Unternehmer tun solltest: Geduld haben!

Im letzten Jahr wurde ich recht schmerzvoll auf genau diesen Punkt hingewiesen. Mein PC ging kaputt und gleichzeitig mit ihm meine externe Festplatte mit meiner Datenspeicherung. In den darauf folgenden Tagen brauchte ich unglaublich viel Geduld.

Geduld bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich erfahren habe, dass meine Daten aus mehreren Jahren intensiver Arbeit, die auf der PC-Festplatte gespeichert waren, vermutlich doch nicht alle verloren sind (und ich mein Business also nicht schließen muss….).

Geduld auf der Heimfahrt vom IT-Service, zu dem ich meinen PC zur Reparatur gebracht hatte, weil prompt auf dieser Fahrt mein Auspuff am Auto halb abfiel, obwohl ich eigentlich nur so schnell wie möglich zur Autoreparatur wollte. Stattdessen musste ich langsam fahren, um nicht Gefahr zu laufen, den Auspuff ganz zu verlieren.

Geduld, weil ich bis zur Abholung meines reparierten PCs nicht an meinen Vorhaben weiter arbeiten konnte. Ich hatte ja keine Dokumente zur Verfügung. Und auch, weil ich bis dahin nicht sicher sein konnte, ob die Daten denn wirklich alle gerettet werden konnten.

Erzwungene Geduld kann eine prüfende Frage an Dich selbst sein

Für einen Menschen wie mich, der – wie mir immer wieder bescheinigt wurde – sehr dynamisch und vorwärtsgewandt in seiner Arbeit ist, gerne macht und tut und vorankommen will, ist Geduld haben eine richtig große Herausforderung und Aufgabe. Sie zu beherrschen eine echte Kunst!

Aber wie heißt es so schön: Wir wachsen an unseren Herausforderungen. 🙂

Im Nachhinein – ganz sicher nicht währenddessen – kann ich die Situation wie folgt betrachten: Ich wurde ganz konkret und in keiner Weiser nur theoretisch vor die Frage gestellt, ob ich das, was ich da tu auch wirklich tun will. Ob ich meinen Job wirklich liebe. Ob ich bereit bin für meinen Traum wirklich zu arbeiten.

Ich kann Dir versichern: In einer solch existenzbedrohlichen Situation gibt es keine wenn´s und aber´s. Da wird Dir die Antwort recht schnell ganz deutlich!

Akzeptiere unvorhergesehene Situationen als Lern-Möglichkeiten

Klar hätte ich mir die Erfahrung lieber gespart. Neben Zeit und Nerven hat mich das schließlich auch ne Stange Geld gekostet. Und ich sage ganz bewusst NICHT: „Das ist rückblickend das Beste, was mir passieren konnte!“

Diese Denkweise halte ich für ausgemachten Quatsch!

Aber ich durfte auch so einiges lernen. Über mich und vielleicht auch darüber, wie die Dinge nun mal so laufen und passieren. Und vor allem: Dass Geduld haben zum Einzelunternehmertum einfach mit dazu gehört.

Vielleicht ist es sogar wichtiger als ständig zu machen, zu ackern und zu tun. Geduld und vor allem Vertrauen haben! Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Darin, dass ich nicht alles steuern und lenken kann und nicht immer alles im Griff haben kann. Vertrauen, dass es schon klappen wird.

In dieser Zeit der Ungewissheit und des Geduld-haben-müssens habe ich oft an ein Mantra gedacht, das meine Yoga-Lehrerin mir beigebracht hat: Ich gebe mein bestes – und den Rest lass ich mir schenken.

Das hat mir sehr weiter geholfen. Denn im Grunde ist das eine wunderbare Definition von Erfolg: Täglich sein Bestes zu geben! Geduld zu bewahren, nicht aufzugeben und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben. Um jede noch so große Herausforderung zu meistern.

Irgendwie geht es immer weiter. Rundum alles können wir nämlich nicht bestimmen.

Du kannst Dein Business noch so detailliert planen und konzeptionieren. Du kannst Dir noch so viele Selbstmanagement-Techniken antrainieren und anwenden. Du kannst bis ins kleinste Detail Deine Zielgruppe beschreiben und Dein Marketing ganz gezielt ausrichten.

All das kannst Du und solltest es auch tun! Ohne das wird Dein Business vermutlich nicht gelingen.

Aber Du erleichterst Dir Dein Leben, wenn Du Dir gleichzeitig klar machst, dass Du eben nicht alles beeinflussen oder steuern kannst. Dass es von unglaublich vielen Faktoren abhängt, ob eine Selbstständigkeit gelingt oder nicht. Faktoren, die wir nicht nur nicht beeinflussen können, die wir auch zum Teil gar nicht kennen. Als Einzelperson ist das gar nicht machbar!

Worin Du Dich neben der Geduld noch üben kannst

Suche den ehrlichen und offenen Austausch mit Gleichgesinnten, die Dein Business verstehen und akzeptieren. Netzwerke nur dort, wo auch die Menschen sind, die das gleiche Business-Modell haben wie Du. Nicht weil da halt mal ´ne Veranstaltung angeboten wird. Es sein denn natürlich, Du machst das, weil es Dir Spaß macht 🙂

Mach Dir immer wieder klar, dass Du als Einzelselbstständige/r einen sehr abwechslungsreichen Arbeitsalltag hast und dennoch keine „Eierlegendewollmilchsau“ sein kannst.
Fokussiere Dich auf die Dinge, die Du wirklich gut kannst und sehr gerne machst. Das, was Du absolut nicht beherrschst, wofür es Fachleute gibt oder wozu Du Dich regelrecht prügeln musst, um es zu erledigen, das gib an kompetente Menschen ab. Denke unternehmerisch und nimm dafür Geld in die Hand, das Du in der frei gewordenen Zeit wieder verdienen kannst.

Schaff Dir eigene Systeme, sogenannte workflows, für wiederkehrende Tätigkeiten und dokumentiere diese. So dass Du Dich nicht jedes Mal aufs Neue wieder komplett neu in die Tätigkeit einarbeiten muss, was Dich unheimlich viel Zeit und vermutlich auch Nerven kostet.
Ein sehr beliebtes Beispiel hierfür ist die Buchhaltung. Für viele ein Gräuel. Tatsächlich mit gewissen Routinen aber schnell zu erliegen, ohne dass Du dafür Unsummen an Deine/n Buchhalter/in zahlen musst.

Triff Sicherheitsvorkehrungen, die Dir Dein Business retten. Damit meine ich keine Versicherungen. Sondern einfache Dinge wie automatisierte Datensicherung oder den im Voraus überlegten Plan B. Was tust Du, wenn Dir von jetzt auf gleich ein wichtiger Baustein Deines Business-Konzeptes wegbricht? Bspw. wenn Du auf Räumlichkeiten für die Ausübung Deiner Tätigkeit angewiesen bist, die Du nicht selbst zur Verfügung stellen kannst. Wohin kannst Du ausweichen?

Trainier Dich in unternehmerischem Denken und Handeln und der aktiven Gestaltung Deines Business-Lebens. Such Dir Kunden bspw. bewusst aus. Überleg Dir genau, wie Du Deine Kundenbeziehungen gestalten willst. Sei aktiv und setze aktiv Grenzen. Auch indem Du mal „Nein“ sagst.

Was diesen letzten Punkt angeht, so haben Jana Ritzen und ich dazu gemeinsam einen Blogartikel geschrieben: Der Kunde ist König! Oder vielleicht doch nur Prinz oder Prinzessin?!? Dort kannst Du weiterlesen, warum „nein“-sagen eine wichtige unternehmerische Fähigkeit ist.

Mit ideenreichen Grüßen,
Deine Dagmar

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